Karpfen
Neben der Wildform des Karpfens, die zur Zeit des Römischen Reiches auch in die kühleren Gebiete Europas eingeführt wurde und nun fast überall anzutreffen ist, gibt es noch mindestens vier Zuchtformen. Während die Wildform lang gestreckt ist, sind Schuppen-, Spiegel-, Leder- und Zeilenkarpfen hoch rückig.
Die graublaue bis schwarze Rückenfärbung ist jedoch bei allen genauso identisch wie der goldgelbe Bauch und die bräunlichen bis grüngelben Flanken. Gleichermaßen charakteristisch sind die kräftigen Hartstrahlen an After- und Rückenflosse sowie das vorstülpbare Maul mit vier Barteln. Der Körper von Wild- und Schuppenkarpfen ist vollständig beschuppt, während sich beim Spiegler nur wenige große Schuppen finden, die unregelmäßig verteilt sind. Der Zeilkarpfen verfügt lediglich über eine einzige Schuppenreihe entlang der Seitenlinie; der Lederkarpfen ist vollkommen schuppenlos.
Hinsichtlich der Beschuppung unterscheidet man 4 Formen:
- Schuppenkarpfen mit vollständiger Beschuppung (siehe Bild unten rechts)
- Spiegelkarpfen mit unregelmäßig angeordneten, übergroßen Schuppen (siehe Bild unten links)
- Zeilkarpfen mit einer Schuppenreihe entlang der Seitenlinie (siehe Bild mitte rechts)
- Leder- oder Nacktkarpfen ohne Beschuppung (siehe Bild oben links)
Ein durchschnittliches Exemplar der Zuchtformen erreicht eine Länge von
40 bis 60 Zentimeter bei Gewichten zwischen zwei und fünf Kilogramm; bislang sind Karpfen von maximal 30 Kilogramm Gewicht und 120 Zentimeter Größe bekannt.
Da sich Karpfen in der Regel ihrem Wohngewässer anpassen, ist es nicht verwunderlich, dass man sie in nahezu allen Gewässer arten vorfinden kann. Sie mögen schlammigen oder sandigen Bodengrund
besonders gern und können auch Wärme ertragen.
Außerdem halten sie sich gern in Seerosenfeldern oder Krautbetten auf, so
dass sie sich in Wassern mit reicher Vegetation am wohlsten fühlen.
Meist pflanzen sich Karpfen zwischen Mai und Juni fort, doch auch hier sind Wärme und Pflanzen äußerst wichtig. So kann es vorkommen, dass bei allzu schlechter, kalter Witterung die Laichphase erst viel später einsetzt. Hin und wieder kommt es vor, dass sich die Fische in sehr warmen Sommern ein zweites Mal paaren.
Die Karpfen suchen zur Fortpflanzung die wärmsten Uferzonen mit dichter Vegetation auf, sobald das Wasser eine Temperatur von 18 °C erreicht hat. Die Eier werden an Pflanzenteilen abgelegt; oftmals dauert dieser Vorgang mehrere Tage und findet an unterschiedlichen Stellen statt. Dabei paart sich das Weibchen mit bis zu 15 männlichen Artgenossen. Flussbewohnende Karpfen benötigen zur Fortpflanzung überschwemmte Gebiete; das heißt sie ziehen bei Hochwasser aus den Flüssen auf Grasflächen mit maximal 40 Zentimeter Wassertiefe.
Ihre hauptsächliche Nahrung besteht aus Bodentieren wie Schnecken, Würmern, Insektenlarven, kleinen Krebsen und Muscheln. Auch Wasserpflanzen werden verspeist;dies jedoch nur in geringem Anteil. Jungtiere bis etwa zwei Zentimeter Länge ernähren sich ausschließlich von tierischem Plankton, bevor sie dazu übergehen, den Bodengrund nach Nahrung zu durchwühlen.
Wer Karpfen fangen will, sollte das natürliche Angebot im Auge behalten und ruhig einsetzen, was er fangen oder besorgen kann. Ansonsten haben sich Boilies in den letzten Jahren als Köder etabliert. Wenn man damit erfolglos bleibt, kann man auch Würmer, Mais, Brot, Kartoffeln.Teig, Pellets, Tigernüsse, Kichererbsen und Hunde- oder Katzenfutter erfolgreich einsetzen.
Wichtig zu berücksichtigen ist, dass Karpfen sehr launisch sind. Dies gilt sowohl, was die Köder betrifft, als auch für ihr Verhalten selbst. Ist in der Regel die Zeit von März bis Dezember als Haupt Fangzeit bekannt, so variiert dies nicht selten von Gewässer zu Gewässer.
Ebenso „launisch" ist ihre allgemeine Aktivität. Gern wird behauptet, Karpfen seien dämmerungsaktive Fische. Doch auch hier zeigt sich lediglich, dass es unzählige Faktoren gibt, die sie beeinflussen.
Das bedeutet, man kann langfristig nur dann erfolgreich Karpfen fangen, wenn man das jeweilige Gewässer genau unter die Lupe nimmt. Dann kann man sie rund um die Uhr fangen und zwar immer dort, wo sie sich bevorzugt aufhalten.Von Vorteil ist das Anfüttern; das Anbieten der Köder erfolgt entsprechend der natürlichen Gegebenheiten, also sowohl dicht über dem Grund als auch an der Oberfläche.