Wels
Wels / Waller

Kennzeichnend für diesen großen Fisch ist der lang gestreckte, schuppen lose Körper, welcher vorn im Querschnitt rund, hinter dem After aber seitlich abgeflacht ist. Seine Rückenfärbung variiert von dunkelgrün oder braun bis schwärzlich; die Flanken sind heller und dunkel marmoriert. Sein Bauch ist schmutzig weiß gefärbt.
Der Wels hat zwei lange Barteln an der Oberlippe und vier an der Unterseite seines breiten, flachen Kopfes. Seine winzigen Augen und das große Maul mit unzähligen kleinen, nach hinten gebogenen Zähnen sind ebenfalls charakteristisch. Die Rückenflosse ist sehr kurz, die Schwanzflosse am verlängerten Schwanzstiel ist recht klein.
Welse sind recht anspruchslos, was den Sauerstoffgehalt und die Wasserqualität betrifft. Auch wenn sie Wärme lieben und daher Gewässer bevorzugen, die im Sommer mindestens 20 °C Wassertemperatur erreichen, sind sie in nahezu jedem Gewässer vertreten.
Am liebsten haben sie stehende oder ruhig fließende Gewässer, doch auch starke Strömung macht ihnen nichts aus.
Daher muss man auch in großen turbulenten Flüssen mit ihnen rechnen, selbst in den Mündungsbereichen des Brackwassers sind sie
zu finden.
Das Verhalten der Welse ist gewissermaßen bestands- und gewässerabhängig. Obwohl behauptet wird, sie seien generell Einzelgänger,
bilden sie in Gewässern mit größerem Bestand gern kleine Trupps. Auch in deckungsarmen Wassern leben sie eher gemeinsam und jagen in Gesellschaft. Lediglich bei ausreichender Zahl von Unterständen und genügend Nahrung trifft man Welse als standorttreue Einzelgänger an. Sind die Nahrungsbereiche allerdings auf eine oder nur wenige Stellen konzentriert, treten auch die Welse wieder zusammen auf - das Alter beziehungsweise die Größenverteilung spielt dabei keine Rolle. Auch wenn immer wieder behauptet wird, Welse seien nachtaktiv, so ist auch die Aktivität dieser Tiere gewässerabhängig.
Sicherlich bevorzugen sie zur Nahrungssuche die Dämmerung in den ganz frühen Abend- oder Morgenstunden. Doch falls ihr Wohngewässer hauptsächlich tagaktive Beutefische beherbergt, so passen sie sich an und jagen am Tag.
Auch äußere Einflüsse, wie zum Beispiel Badegäste, können das Jagdverhalten beeinflussen.
Von Mai bis Juni liegt die Fortpflanzungszeit der Welse, für die eine Wassertemperatur von mindestens 18 °C benötigt wird. Im Flachwasser wird in Bereichen mit reichlich Pflanzenwuchs paarweise in flachen Gruben oder an Pflanzen abgelaicht. Der Laich
wird von beiden Eltern bewacht; oftmals wachen sie sogar noch über die geschlüpften Jungtiere. Welse sind Giganten von durchschnittlich 1-2 Meter Länge; Exemplare von mehr als drei Meter wiegen bis zu 200 Kilogramm. Doch diese Fische, die mindestens
80 Jahre alt werden können, hören niemals auf zu wachsen.
Junge Welse ernähren sich von Insektenlarven, Würmern, kleinen Krebsen und Schnecken. Die erwachsenen Tiere, die sich außerhalb
ihrer Beutezüge in ihren Unterständen auflhalten oder gar im Boden eingraben, fressen im Prinzip alles, was ihnen vors Maul kommt. Fische, Krebse.Amphibien oder sogar kleine Säugetiere - vor diesem Riesen ist nichts sicher!
Wer Welse fangen will, kann dies das ganze Jahr über, auch wenn sie direkt nach dem Ablaichen am besten beißen. Als Köder sind Fisch (bevorzugt Aal) und Tintenfisch erste Wahl; als Alternativen sind Bündel von Tauwürmern, Blutegel, Innereien, Blinker und Wobbler zu empfehlen. Je nach Beißverhalten werden die Köder in Bereichen, wo Verstecke wie zum Beispiel versunkene Bäume vorhanden sind, angeboten. Da Welse über Elektrorezeptoren verfügen, die es ihnen ermöglichen, Beute anhand ihrer schwachen elektrischen Felder wahrzunehmen, ist das Anlocken durch Klopfen mit einem Wallerholz hilfreich. Statt der Verwendung eines Gaffs bei der Landung sollte man den Fisch lieber mit Handschuhen am vorstehenden Unterkiefer packen, da dies wesentlich schonender ist.